Europas wilde Kornelkirsche.

Die Legende, das Holz, der Stock.

KAMPFKUNST

Für Freunde.

ARNIS ESKRIMA KALI

ARNIS ESKRIMA KALI

ARNIS - ESKRIMA - KALI

Bei diesen Doppelstöckchen habe wurden jeweils zwei gleichartige Hölzer von zwei verschiedenen Ästen zu Paaren. Die Hölzer hier sind auf gleiche Stärke geschliffen und wurden austariert. Das heißt, sie sind ab dem Mittelpunkt zu beiden Seiten gleich schwer.

Endlich paarige Stöckchen zu haben ist wie ein Lotto Gewinn. Der Aufwand ist um ein mehrfaches höher als bei einer einzelnen Ausführung. Einen Zweiten passenden Stock zu bekommen, kann manchmal ein ganzes Jahr dauern. 

PÄRCHEN

PÄRCHEN

Diese Stäbe sind 720 mm lang und haben einen Durchmesser von 22 mm. Also klassische Dimensionen. Die Oberfläche wurde zusätzlich mit einer niedrigen Flamme gehärtet. 

Das Holz ist etwas für Könner. Es ist in etwa so wie in der biblischen Geschichte, da wo Samson mit dem Unterkiefer eines Esels zum Rundumschlag ausholt. Das Kornel - Holz hat etwa die selbe Anatomie.

BOKKEN

BOKKEN

Das obere Bokken ist Natur pur. Der Kornelkirschenast wuchs so wie zu sehen im ovalem Durchmesser und gekrümmt. Daran wurde nichts geändert. Nur die seitliche Drehung musste mittels Dampfbad herausgenommen werden. Hier ist also nichts herausgesägt oder so. Der Faserverlauf blieb konstant erhalten. Lediglich der nachgeahmte Klingenaufbau wurde aus dem Holz etwas herausgeschliffen. Per Hand mit einem Schleifbrett. Unten meine Vorlage aus Weißeiche.

JOGO DO PAU

JOGO DO PAU

Mir gefällt immer wieder mit welcher Freude an der Bewegung die Adepten des hier obig Genannten trainieren. Noch mehr, dass diese örtliche begrenzte  Kampfkunst gepflegt und erhalten wird. Diese Stilrichtung benutzt augenscheinlich, die unscheinbarsten Stöckchen. Es sind unauffällige Dimensionen eines einfachen Wanderstabes. Im Original werden diese Stäbe unter anderem aus dem Material der Quitte gefertigt. Diesen Kornelkirschen Ast zeichnet zeichnet ausnahmsweise eine ähnliche Oberfläche aus.

 

 

BO STAB

BO STAB

Was hier aussieht wie Knochen, ist ein chemisch unbehandelter Kornelkirschenast. Dieses Mikadostäbchen wurde solang geschliffen bis es die Waage hält. Der durchgehende Umfang beträgt rund einhundert Millimeter. Das Holz weist ausnahmsweise keine Knoten auf.

Dieser Langstock kann nur zum alleinigen Übungstraining verwendet werden. Zu welchen Ergebnissen diese Einlagen möglicherweise führen, zeigt das Spaßvideo "Ohne oder mit einem Kornelkirschenstock in den Wald". https://www.youtube.com/watch?v=X1h9t9t5Nag

Dieses anscheinend schwerelose Stöckchen hat tatsächlich alle Eigenheiten einer Brechstange, so auch im Gewicht. Vielen herzlichen Dank an den Protoganisten vor der Kamera. Der gestandene Triathlet schnippte ihn mal eben so über den Zeigefinger hoch. Ganz einfach oder ?

SHILLELAGH

SHILLELAGH

Mit dem Film "Gangs of New York" wurde diesem Stock ein zweifelhaftes Denkmal zusammengebastelt. Doch nur in Ausnahmefällen endeten die Auseinandersetzungen tödlich. Unfälle sozusagen. Das humanere Ziel der Kontrahenten war, koste was es wolle, den jeweils gegnerischen Zylinder vom Kopf zu schlagen.

Enthusiasten fertigen dieses Traditionsbehaftete Stöckchen immer noch zu Tausenden. Zum Teil mit einem sehr hohen Aufwand. In der Regel aus dem traditionellen Schwarzdorn. Jeder verfolgt da so sein eigene Rezeptur. Mehrere Abende füllend, allein das Lesematerial darüber. Über Jahre erstreckt sich die Erziehung des Erntematerials.

Daran anlehnend, erlaube ich mir, hier so ein Teil aus Kornelkirsche zu vorzustellen. Gebrannt, mit schwerer Stahltülle als Abschluss. Der Knauf, nach dem Vorbildern hell bleibend, wurde erst nach Beendigung der Brennarbeiten rund geschliffen. Die dezenten Knoten verleihen den Händen einen guten Griff.

UNTERWEGS

UNTERWEGS

Für ein gleichbleibendes Microklima dient hier ein Pappkarton. Bestens bewährt hat sich das zusammenkleben per Klebeband. Dieses Verfahren bietet geichzeitig Schutz vor Schmutz und anderen Unwägbarkeiten. Zudem, der Karton kann, wenn er nicht mehr so schön ist, jederzeit mit geringen Mitteln, nachgeschneidert werden. 

Es sieht schon sehr hübsch aus, so ein Stöckchen repräsentativ an die Wand gelehnt. Das Fatale, einseitig von der Sonne beschienen, Zugluft oder der Heizung ausgesetzt, ein sich verziehen ist vorprogrammiert. Oder Schlimmeres, ein durchgehender Riss bis auf den Kern. Das Material lebt und arbeitet in sich. Es will Lebenslänglich gepflegt sein.

Nächstens, so ein Hochleistungsstock ist nicht mehr das geheime Backkuchenrezept, was mal eben so ausgetauscht wird. Was nicht zu sehen ist, lädt auch nicht ein. Also halte ich auch aus diesem Grunde das Holz am liebsten bedeckt. Für mich selbst ist es immer noch ein Erlebnis, einen Stab nach längerer Zeit, wieder einmal auszupacken.  

Bildnachweis

BO STAB / SCHILLELAGH / UNTERWEGS :

Dressman K. R. auf dem Cospoht bei Jena.