Europas wilde Kornelkirsche.

Die Legende, das Holz, der Stock.

AUDIT

Hier : die Klassiker des monetären Brei.

 

Frage : Was kostet so ein Stock ?
Antwort : Mir etwa dreihundert Kilometer Fahrweg, dreißig Kilometer Fußweg und etwa dreißig Stunden Handwerksarbeit. Das alles über einen Zeitraum von etwa drei Jahren verteilt. Außer meiner Lebenszeit kommt noch das materielle Engagement hinzu. Indigrenzien, Benzin, Wasser, Strom, Gas und Holz. Allein gestellt sprengen die Auslagen die Monetäre Vorstellung von so manchen Denkrahmen. (I)


Frage : Was müsste ich für so einen Stab bezahlen ? (II)
Antwort : Ich bin schon Lohnsklave und wenn ich unbedingt mehr Geld bräuchte, würde ich eines Tages noch als Tankwart gehen. Das wäre zwar weniger sinnvoll, jedoch unbedingt lukrativer.


Frage : Was ist so ein überhaupt Stock wert ? (III)
Antwort : Das kommt immer auf den Liebhaber an. Der höchste Aufwand, der für einen Kornelkirschen Stab je aufgebracht wurde, waren zusammengerechnet : 24 Flugstunden, 12 Taxistunden und zum Handeinschlag galt als Angebot ein mittleres Ingeneursgehalt. Die Einzelheiten darüber zu veröffentlichen, das steht mir nicht zu. Dieser Part gehört der heutigen Besitzerin. Sie ist eine sehr freundliche Gastgeberin und der besagte Stab kann in deren Wirtschafts - Entree besichtigt werden. 


Frage : Verkaufst Du Stöcke ?
Antwort
: Nein ich verschenke sie. Der klassische Verkauf hat für mich niemals funktioniert. Trotz mehrerer Anläufe. Der einzigste Stab über den ich je erfolgreich verhandelt habe, kam nach drei Wochen zurück. Seine Frau hatte über den Preis gemeckert. Es hing fortan, für beide Seiten eine Art Dunst mit Nachgeschmäckle in der Luft. Das war nicht sehr schön.


Frage : Du verschenkst diese Dinger wirklich ?  
Antwort : Ja. Der allererste Stab der nicht nur mich irgendwie beglückt hat, ging über einen Ausststeller. Der hatte ihn auch nur so weitergegeben. An seine Nichte die sehr jung, hoffnungsvoll und noch völlig mittellos war. Ein fünfzehnjähriges Teen. Wir erfreuten uns an der Freude, teilten anschließend die Kosten und wurden Freunde. (IV) 

Frage : Dieses Elfenbein des Waldes, wer bekommt das von Dir ?
Antwort : Potentielle Interessenten mit einer guten Absicht und mindestens einem gutem Leumund. Letzterer ist in der Regel der Sensei. Das seltene Material ist leider nichts für Anfänger.   

Frage : Du schreibst keine Rechnung ? 
Antwort : Nein. Wer mir Gutes tat, den versuchte ich immer mit einem kleinen Präsent zu überraschen. Den ersten Amtsstab, mit einer ungarischen Hirtenschnitzerei als Vorbild, bekam mein Vater. Den zweiten vergab ich voller Enthusiasmus über einen einhunderttausend Geld schweren, wie gewerblichen Jahresvertrag in der Landschaftspflege. (V) Den geradesten Stab der bis dato gefertigt wurde, welcher als ein Naturprodukt kaum noch erkennbar war, ging in den Asiatischen Raum. Wir wurden dort fürstlich untergebracht, in erste Häuser eingeführt und mit den örtlichen Gepflogenheiten vertraut gemacht. Unsere persönliche Guardienne, eine auffällig gelungene Mischung aus Maren Gilzer und Claudia Schiffer, (VI) kümmerte sich um uns mit äußerster Aufmerksamkeit. Eine unvergessliche Zeit.



Frage : Kann Mann Dir gegebenenfalls was Gutes tun ?
Antwort : Erwartungsgenäß ... natürlich. Ich bestehe jedoch nicht darauf. So etwas gehört umgangssprachlich zum guten Ton. Nicht jeder weiß sich dieser Tonleiter zu bedienen. 



PS : Mir gefiel die Ausnahme Regelung, selbst in ihrer drastischsten Form, an Kublai Khans Hof. Sein Botschafter Marco Polo berichtete genauestens darüber. Dieses Verfahren des Anstandes war auch lange Zeit an den Stränden Afrikas üblich. In der DDR Mangelwirtschaft war sie Alltag. Ich bin sozusagen ein Kind davon.  


Frage : Kann ich Dir im voraus was Gutes tun ?
Antwort : Ungern. Denn wenn mir der Stab erst bein dritten Anlauf gelänge, was durchaus passieren kann, ginge eine Menge Zeit in Land.
Außerdem mag ich zu sehr meine, nicht nur künstlerische Freiheit und überlasse jedem gern der Seinen. Innen wie Außen.

Frage : Darf Mann seine Wünsche äußern ?
Antwort : An den Wünschen wird das geistige Kind erkannt. Ich werde mich gern schon im Vorfeld danach richten. (VII)



Frage : Deine Philosophie ?
Antwort : Jeder gibt sein Bestes, entweder von dem was er hat oder tun kann. Umfassender als mein kleiner Beitrag es je ermöglicht, sähe die Welt dabei wahrscheinlich dabei etwas anders aus. Einer alleinstehenden Mutter mit Kind würde ich nicht einmal das Geringste abnehmen wollen, es sei denn, ihr Kampfkunstalent hat eine anderweitige, plausible Unterstützung. Das Ägyptische Totenbuch lässt grüßen, diese Einstellung ist also  nichts Neues. (VIII)

I - Lohnarbeiten von Freunden anderer Gewerke. Wie Schmied, Sattler und Künstler. Eine mitzurechnende Ausschussrate verbessert diese Aussichten nicht unbedingt. Jeder Fertigungsfortschritt ist ein kleines Abenteuer für sich.

II - Zwecks billigster Erwerbsabsicht, empfehle ich gern DEN Berufshandwerker des professionellen Stockmachergewerbes. Es gibt sie jedoch auch weltweit. Einige sind speziell registriert. Manche erhalten ihren Lebensunterhalt sogar vom Staat, allein zweck Erhaltes dieser Volkskunst. 

III - Ab Baumschulen gibt es ganze Kornekirschen Bäumchen zu kaufen. Inklusive Wurzelknolle im Topf. Für einen Kampfkunsttauglichen schweren Stab entspräche der geforderte Umfang 12 cm. Erwartungsgemäß wird wie bei einem Weihnachtsbaum abgerechnet. Pro Zentimeter. Hier von Bodendecke bis Kronenhöhe. Jedem Zentimeter werden rund fünf Euronen angerechnet.

IV - Dieses Vorgehen durften schon enige Zeitgenossen erleben.

V - Bin damit übrigends baden gegangen.

VI - Zwei Fotomodelle aus der 90 - er Jahre.

VII -  Zum unterstreichen der Persönlichkeit können zum Beispiel verschiedene Hartöle verwendet werden. Mir selbst liegt das einfache Leinöl. Das Öl von Tungbaum hat etwas asiatisch traditionelles an sich. Darüber hinaus, mit viel Aufwand, geht auch Bernstein Lack. Einst geschaffen für die Streichinstrumente des Antonius Stradivarius. Es auf die Spitze zu treiben, im Sinne des Wortes, dies ist auch angedacht. Wenn nötig, in verschiedenen Broncen.

VIII : Ein moderner Interpret all dessen hier vorasugegangen ist David Deida. Sein Buch "Der Weg des wahren Mannes" ist für mich ein Wegweiser, das Leben selbst die Bestätigung in Reinstform.

EINSCHREIBEN

Hier : die etwas allgemeineren Fauxpas.

Posteingang : Ich weiß nicht was passierte. Mein Stab ist der Länge nach gerissen, ein feiner Haarriss.
Antwort : Ich tippe auf eine trockene Innenraumluft, direkte Sonneneinstrahlung oder einen Heizkörper als Ablage. Noch agressiver ist ein in voller Sonne stehendes Auto. Das sind die üblichen Verdächtigen.

PS : Ein Wasserdampfbad als Entspannungshilfe oder wenn nicht möglich in feuchte Tüche reinwickeln. In der Regel schließt sich der Spalt. Wenn nicht, nehme ich mich der Sache gern an. Vielleicht hilft Späne vom gleichen Marterial unsichtbar einpressen und sauber glatt verschleifen. Ganz edel wäre die sichtbare zwei Komponenten Verklebung in Gold.

Posteingang : Wer ist das da, mit dem Speer auf dem Bild ?
Antwort : Die junge Dame hat mich zum Großvater gemacht.

Posteingang : Kann Mann bei euch übernachten ?
Antwort : Auf liebe Besucher freuen wir uns grundsätzlich. Ihnen steht immer ein freier Parkplatz zur Verfügung. Leider kann zwecks Übernachtung nur eine nahe Pension empfohlen werden. Für Caravans haben wir eine LKW Einfahrt und die nötige Abstellgenehmigung vor Ort ist in der Regel auch gegeben.

Posteingang : Machts du viele Stöcke gleichzeitig ?
Antwort : In der Regel immer nur einen. Nur wenn ein sehr guter Freund mehrere braucht, und einen wirklich guten Grund dazu hat, dann herzlich gern mehr. Vorausgesetzt das Rohmaterial ist beschaffbar.

Posteingang : Wie ist das mit den Sägen ? Mir ist das Sägeblatt an der Kornelkirsche zerbrochen. Nach erneuten Versuchen mit zwei Ersatzblättern wurde eine weitere Marke geordert.
Antwort : Die Sägeblätter waren entweder zu schwach dimensioniert beziehungsweise die Schränkung nicht breit genug. Der Fachhandel berät darüber ausführlicher.
 
PS : Die besten Sägeblätter werden per Hand geschmiedet. Anschließend wird das Sägeblatt dünn gehobelt. Und nur das Blatt. Dabei wird die Zahnreihe breit wie spannungsfrei stehen gelassen. Erst danach wird diese Konstruktion gehärtet. Diese Handarbeit hat seinen Liebhaberwert. Die Industrie hat jedoch nachgezogen, mit Hochleistungsprodukten welche in Preis und Leistung die einer Motorsäge vom Baumarkt gleichkommen.