Europas wilde Kornelkirsche.

Die Legende, das Holz, der Stock.

FRIEDA

Frieda

Frieda ist eine Luxussentimentalität. Tiere, ich kenne nichs Besseres um herunterzukommen, sagte die jüngste Tochter aus. Frieda ist im Büro in einem Pappkarton groß geworden und mit großen deutschen Doggen herumgetollt. Ihr ist es eher nicht bewusst, dass sie kein Hund ist. Sie das Futter von und mit Schweinen wie Pferden. Kuschlete mit den Katzen und flanierte gern Gassi durchs Dorf. Dieses typisches Kamerun Schaf stahl schon auf so mancher Geburtstagsparty allen die Show.

Es hat einige Zeit gedauert bis sie sich endlich mit den anderen Biorasenmähern anfreundete. Sie ist heute das Leit- wie Zugtier für die anderen Vierbeiner. Der regelmäßige Umzug von einer - in die nächste Industriebrache, ist nur mittels diesem anhänglichen Tierchens möglich. Kamerunschafe sind in der Regel mehr als nur scheu. REHE ... der emotionelle Ausruf eines Hobby Schäfers.

GESCHICK

Immer wenn ich mal wieder Blödsinn angestellt hatte, durfte ich hören ... "Hast du nur einen Kopf zum Haare schneiden ?" Diese väterliche Frage, sie klang nie wie eine. Mittlerweile hat sich das Haarproblem  jedoch erledigt. 

Das so ziemlich Dümmste in den Augen von Uneingeweihten war, Stöcke zu machen. Die Dinger wären doch sooo ... unsexy. Eigentlich doch nur was für Alte und Gebrechliche. Das die Stöcke auch noch mehr als nur etwas Prestigeträchtiges sein können, habe ich niemals mit der Feinwaage präsentieren wollen.

Wenn ich den Rezensionen vertrauen kann, dann ist Stöcke zu machen, das so ziemlich Einzigste, womit ich in meinem Leben  glänzen kann. Anbei einige sehr kurze wie freie Interpretationen von meinen sehr persönlichen, sagen wir mal " Dem Such und Find Fundament".

Karl G.Jung "Eine Begabung sei kein Gewinn, sondern eine Verpflichtung."

David Deida "Mit dem was Du kannst, wirf verschwenderisch um Dich."

José Ortega y Gasset " Erst das was er tut, macht einen Mann aus."

Johann Wolfgang von Goethe " Kunst ist mein Grund um fleissig zu sein."

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BERUF-UNG

Wohin mit dem Kerlchen ? Der Klassenlehrer meinte : Schäfer wäre womöglich genau das Richtige. Das war in den Achtzigern. Das ging etwa zehn Jahre lang echt gut. Dann war Schluss, mit den Privilegien dieses Berufsstandes, in der Deutschen Demokratischen Republik. Die Bundes Republik Deutschland folgte.

Normale Stöcke im Alltagsbetrieb zu zerstören war keine Kunst. Diese Zerbrechlichkeit hatte einfach nur genervt. Kornelkirschen sollten angeblich unzerstörbar sein. Es gab ferne, alte Erzählungen, Legenden und nur vage Ideen. Ein aktiver Sproß aus der jahrhunderte alten Schäferdynasty Ruppe,  er gab die ersten Hinweise. 

"Schuppige Rinde, sieht aus wie alter Baum, kein Ast ist gerade und es blüht gelb. Die Äste wachsen wie der Buchstabe S. Es ist das erste Bienenfutter und die letzte Frucht im Wald die herunterfällt."

Eine sporadische Suche von etwa 2 Jahren begann. Die spärlichen Bibliotheks - Lexikas gaben die richtigen Informationen nicht her. Wenn, dann waren darin lediglich die Zuchtformen für den Schrebergarten enthalten. Zierpflanzen mit gelber, grüner und roter Rinde. Eine Sackgasse.

Die Begegnung mit den Kornelkirschensträuchen glich einem Schock. Kaum ein Ast war länger als einen Meter lang und total verwachsen. Das soll also ernsthaft die Grundlage der Wunderwaffe sein. Ein Schwanken zwischen Verwunderung, Ärger und Krise. Der Beginn einer kleinen Odyssee. 

Der erste, Daumenstarke fertige Arbeitsstab erwies sich bei Schlechtwetter als zu lang. Den Stab DRAUSSEN, durch Bruch einzukürzen, ging ... angeschnitzt erst nach dem dritten Versuch. Dazu wurde mehrmals mit vollster Wucht über die Ecke eines Kunststeines geschlagen, ehe es ein erstes leichtes Knack machte. 

Mit Aufgabe des Berufes wurde das übrig gebliebene Stück, wegen einem Paar schöner Augen ... verschenkt. Eine weibliche Inspiration lieferte den späteren Grund es noch einmal zu versuchen. Nichts anderes als diese numiöse Kraft einer Schamanin hätte je dazu animieren können, es jemals noch einmal mit der Kornelkirsche zu versuchen.

Seltsamer Weise konnten dazu gewonnene Fertigkeiten verschiedenster Gewerke genutzt werden.Von einer industriellen Tätigkeitsreise in Stahl, Glas und vielem anderem. Hier der DANK, all jenen welche die Geduld aufbrachten, ihr Wissen und Können zu vermitteln. Niemals war je daran zu denken diese Hard - Skills für ein hölzernen Refugium zu verwenden.

MEINES VATERS SOHN

... fröhnt seit jeher dem Erkenntnisgewinn. Klinisch. Das erste woran er sich erinnern kann, ist das spärliche Innenleben von Vaters Modelleisenbahn. Vor dem auseinander bauen war Nichts sicher. Dass dem Sohn die alte Luftbüchse nicht unversehens den Knicklauf um die Ohren schlug, zerlegte der Vater die Bleipuste in alle ihre Einzelteile.

... hatte nach dem ersten Kornel Stock mehr als genug Einsichten gewonnen. Besser, die Schnauze gestrichen voll von dem harten Zeug. Sich damit je wieder näher zu befassen, eigentlich undenkbar. Dass nach drei Jahrzehnten Abstinenz daraus etwas mehr wurde, ist nicht gerade wenigen und besonderen Umständen zu verdanken. 

... wurde zum Gefallen der Götter mit einer gesteigerten Aufnahmefähigkeit der Sinne ausgestattet. Ob mehr Last oder Segen kommt auf ganz die Betrachtungsweise an. Der erste Milliardär unserer Neuzeit, Howard R. Hughes und ebenso unsere unvergessene Vera F. Birkenbiehl arrangierten sich sich nicht nur mit den Plagen dieser Reizüberflutungen sondern schufen aus diesen heraus, vielerlei kapitale Vorspünge.


... fand den Stock des kleinen Muck toll. Dessen Gehhilfe stand auf Gold. Großvater erklärte, dass Märchen Wahrheiten enthielten und Wünschelruten sich entsprechend imprägnieren ließen. Auf Wasser besprochen ging es anschließend zum Brückentest. Das war so mit zwölf Lebensjahren.

... las mangels schnellem Lesematerials als bald das was etwas dicker war. Homer und andere Autoren griechischer Geschichte. Was eben so herumlag. Daß Götter eifersüchtig werden können wenn Mann fremdelt, bekam er irgendwann selbst serviert. Mehrfach sogar. Zumindest so sein heutiges Verständnis für gewisse Umstände. 

 

IMPULS

Einen Talking Stick ... ob ich so was machen könne ? Das fühlte sich gut an. Aus dem Härtesten, verdrehtesten und seltensten Holz was es gibt sollte er werden. Urig. Als ob ihn ein amerikanischer Ureinwohner gebastelt hätte. Ihm in Nichts nachstehen. So mein Anspruch. Ich wusste wo eine umgestürzte Kornelkirsche lag und vor sich hin trocknete. Die bevorstehenden Blasen an den Händen, das war mir die Sache wert.

Die Arbeiten an DER Kornelkirsche, sollten noch blutig werden. Bei den holperigen Neustart floß als erstes Blut. Richtig viel. Das sollte meine Frau nicht verunsichern. Also zog ich mir, um eine sichtbare Blutspur im Schnee zu verhindern, einen Plastikhandschuh über. Einer wie er zum Haare färben gedacht ist. Er füllte sich am Anfang bedrohlich schnell.

Meine Gattin meinte zu meiner hölzernen Errungenschaft "So ein schrecklich krummes Teil kannst Du doch nicht einem internationalem Team andrehen". Ich ließ mich nicht abbringen. Den Lack habe ich dreimal wieder heruntergekratzt, den Schliff mehrfach wiederholt. Einiges angeklebt, Löcher gebohrt und alles wieder abgesägt. Das Mindest- wie Höchstmaß war erreicht. Es war das ultimative Reisekoffermaß. 

Die erste gelbe Beize, ich war stolz wie Oskar. Der Bernsteinlack musste wieder herunter. Schade, das Beste war gerade gut genug. Auf den unnachahmlichen Stradivaries klebt er heute noch. Leinöl kam dann als natürliche Alternative drauf. Schlussendlich hielt eine schwebende, sich selbst bindende Konstruktion die obligatorische Adlerfeder. Eine Echte natürlich, mit dem Cites Zertifikat. Das Wachstum der Äste wie in einer flachen verdrehten Sinuswelle verblieb, sie gab dem Ganzen einen eigene Ästhetik

Seine Seminarfunktion hat dieses Stäbchen übrigends nie wahrgenommen. Es wäre einfach zu schön und wertvoll dafür. So aufgemuntert legte ich natürlich noch nach ... ging wenn es so genannt werden darf, für meine Stöcke Klinken putzen. Hochwertigere Werkzeuge wurden angeschafft, alte Bücher studiert und die darin enthaltenen Techniken nachempfunden.

HARBARTH

Die Herkunft unseres Familiennamens soll sich aus den zwei Silben "Hari" und "berath" zusammensetzen. Hari bedeutet in der alten deutschen Sprache Krieger und berath, gerüstet zu sein. Das kann insofern als der geharnischte Krieger verstanden werden. Die Ersterwähnung dieses Namens lässt sich achthundert Jahre zurück, in das zwölfte Jahrhundert zurückdatieren.

HARIERTOOL

DAS HARIERTOOL

Harier ist der kriegerische Teil im Namen unserer Familie. Dies Stück Kornelholz ist ein Viertel von einem, ehemals noch stehend vertrocknetem Baum. Dem entsprechnde Überreste wurden auf dem Schlachtfeld von Kalkriese ausgegraben. Bekannt als die Varus-Schlacht. Der englische Filmbericht darüber, landete auf dem weltweitem Index. Der Nachbau usus.

Geschichte/n

Elitär Von einer mitteleuropäischen Eliteeinheit ist per Überlieferungen nicht nur der Name Harier erhalten geblieben. Der moderige Boden auf den Schlachtfeldern verschlang nicht nur ihre Holzschwerter in der Toblerone Form, sondern konservierte diese auch. Die Zusammenhänge von Eliteeinheit, Harier und Schwert, wurde mehrfach veröffentlicht und deren Kampfeinsatz per Video nachgestellt. Ist auf dem Index gelandet.

Taktik : In der Regel dürfte die überall wachsende Eiche direkt vor Ort genutzt worden sein. Kornelkirsche hat die muskulöser erscheinende Oberfläche. Wirkung : Ein Hingucker allemal. Das durchdachte Nahkampfwerkzeug wirkt heute noch zugleich archaisch wie modern. Zeitlos eben. Es hat drei scharfe Kanten wog drei Pfund und gab eine furchtbare Energie durch jede Rüstung hindurch ab. Da es aus Holz war, machte weder einen Höllenlärm, noch schlug es in der Nacht weithin sichtbare Funken. Guerilliakrieger : Die Männer welche es trugen waren Tag über einfache Bauern und mit Einbruch der Dämmerung verwandelten sie sich in Rußgeschwärzte Geisterkrieger. Mondlose wie  Wolkenverhangene Nächte waren der Alptraum eines jeden Endringlings. Alles und jedes konnte eine Falle oder Hinterhalt sein. Auf identifizierbare Kleidung wurde verzichtet. Das Einzige was der Feind je von diesen Guerilliakriegern sah ... in seiner letzten Lebenssekunde, war das Weiße in den Augen dieser Schattenkrieger.

Zeitlinie : Zu ihrer Zeit kämpften Männer in den Arenen immer noch in Kleidung und mit den Waffen die zu der Landeskultur gehörten. Die römischen Kaiser statteten ihre germanische Palastwache entsprechend aus und selbst diese agierte so in den Arenen. Auf den Siegessäulen über die Barbaren sind die besiegten Völker dargestellt. Auch die Germanen. Totgeschwiegen : Je nach Landesherkunft für den Kitzel der Zuschauer, kennen Hollywood Konsumenten den RETIARIUS mit Dreizack und Netz. Niemals jedoch würden in einem politisch korrekten Film Germanen mit ihren traditionellen Holzkeulen zu sehen sein. Oder den kurzen Schlagspeeren, Framen genannt. Das Langschwert, nicht nur ein imposanter Egobooster, zu Tausenden bestätigt, weil ausgegraben, hat das wer jemals jemand in einem Gladiatorenfilm gesehen ? Ich jedenfalls nicht.

Aufstand : Diese Germanen waren die teuersten Sklaven ihrer Zeit, bemerkte ein Cronist über die fünftausend Gefallenen, die entgegen den Anweisungen des Spartakus lieber gegen Rom maschierten. Mit ihren einfachen Holzwaffen waren sie in der offenen Feldschlacht allerdings Chancenlos. Ein Einziger davon, hatte eine Wunde im Rücken. So die Überlieferung.