Europas wilde Kornelkirsche.

Die Legende, das Holz, der Stock.

ÜBER MICH

Hier : erst mal der Beginn meiner Stockkarriere. Schon als Kind trug ich quer durchs Feld oder auf dem Schulheimweg Wanderstöcke bei mir. Sie vermittelten ein gutes Gefühl. Nicht nur wenn es durch sumpfige Wiesen zu den abgelegensten Angelplätzen ging. Eine Horror Vorstellung für meinen Vater, so mit Weißfischstippe aus Bambus und einem Haselstock über schwankende Binsen an den Gewässerand zu gelangen. Darunter fünfzehn Meter tiefes Moor. So lang waren tatsächlich die Baumstangen die wir darin im Winter verschwinden ließen um Stege zu bauen. Die Stämmchen wurden wie ein umgekehrter Maibaum senkrecht durchs Eisloch geführt. 

In den achtziger Jahren erlernte ich den Beruf eines Schäfers. Danach übte ich diesen in traditioneller Form aus. Stock, Hund und Hut wurden essentiell, ein gutes Jahrzehnt lang. Es war die schönste Zeit meines Lebens. Trotz mehrfach wechselnder Lebensumstände verblieb das gelegenliche Stöcke machen. Diese gingen der Regel als Freundschaftsgeschenke weiter. 

Normale Stöcke im Alltagsbetrieb oder gar kindlichen Mantel und Degen spielen zu zerstören ist keine Kunst. Diese Zerbrechlichkeit hatte mich immer schon, einfach nur genervt. Kornelkirschen sollten angeblich unzerstörbar sein. Es gab damals alte Erzählungen. Legenden und nur vage Ideen. Ein aktiver Sproß aus vorletzter Generation der Schäferdynasty Ruppe, welche sich bis ins vierzehnte Jahrhundert zurück verfolgen lässt, gab die ersten Hinweise. 

"Schuppige Rinde, sieht aus wie alter Baum, kein Ast ist gerade und blüht gelb. Es ist das erste Bienenfutter und die letzte Frucht im Wald die herunterfällt." Eine sporadische Suche von etwa 2 Jahren begann. Die spärlichen Bibliotheks - Lexika gaben die richtigen Informationen nicht her. 

Die Begegnung mit einem Kornelkirschenstrauch glich einem Schock. Kaum ein Ast war länger als einen Meter lang und total verwachsen. Das soll also ernsthaft die Grundlage der Wunderwaffe sein, so fragte ich mich verwundert, fast ärgerlich. Das war der Startpunkt meiner kleinen Odyssee. Die Flur des Schäfer Reinhold Krieg war die erste Holzmine.

Der erste, Daumenstarke Arbeitsstab war zu lang und fürs schlechte Wetter völlig ungeeignet. Ihn unter das Regencape zu nehmen ließ mir das Wasser in die Stiefel laufen. Die Hände, den Stab abwechseln im Außen haltend, wurde kalt wie von einem Toten. Den Stab durch Bruch einzukürzen, ging nicht. Angeschnitzt erst nach dem dritten Versuch. Ich schlug ihn mehrmals mit vollster Wucht über die Kante eines Betonsockels eines in der Nähe stehenen Telegrafenmastes. Diese standen damals noch, mit Drähten bespannt, wie Spargel überall herum.

Mit Aufgabe des Berufes verschenkte ich das übrig gebliebene Stück, mehr wegen einem Paar schöner Augen. Und eine ebenso weibliche Inspiration lieferte 30 Jahre später den Grund es noch einmal zu versuchen. Nichts anderes als diese numiöse Kraft einer Schamanin hätte mich je dazu animieren können, es jemals noch einmal mit dem steinhartem Holz aufzunehmen. 

Seltsamer Weise konnte ich auf meiner Tätigkeitsreise durch die verschiedensten Gewerke, Handwerksfähigkeiten mitnehmen, die eigentlich für Stahl, Glas und vielem anderem bestimmt waren. Mein Dank all jenen welche die Geduld aufbrachten ihr Wissen und Können zu vermitteln. Niemals war je daran zu denken diese für ein hölzernen Refugium zu verwenden. Die Kornelkirsche verlangt jedoch danach.

FRIEDA

Frieda

Eine kleine Luxus Sentimentalität. Frieda ist mit großen deutschen Doggen aufgewachsen und weiß eigentlich nicht dass sie kein Hund ist. Dieses typisches Kamerun Schaf stahl schon auf so mancher Geburtstagsparty allen die Show. Es hat einige Zeit gedauert bis sie sich endlich mit den anderen Biorasenmähern anfreundete. Sie ist heute das Leit- wie Zugtier für die anderen Vierbeiner. Der regelmäßige Umzug von einer - in die nächste Industriebrache, ist nur mittels diesem anhänglichen Tierchens möglich. Kamerunschafe sind in der Regel mehr als nur scheu. Rehe ... der emotionelle Ausruf eines Kollegen.

HARBARTH

Die Herkunft unseres Familiennamens soll mit einem sehr speziellem Stückchen Holz zusammenhängen. Ein sehr einfach gehaltenes Holzschwert zeichnet sich laut Überlieferung für diese Namenskreation verantwortlich. Eine altbekannte Spezialkampfeinheit nutzte es. Heute würden diese Männer Special Forces genannt werden. 

Von dieser mitteleuropäischen Eliteeinheit ist per Sprachüberlieferungen der Name Harier erhalten geblieben. Der Boden auf den Schlachtfeldern verschlang nicht nur ihre dreikantigen Holzschwerter, sondern konservierte diese auch. 

Mit der schleichenden Romanisierung trugen diese Krieger schließlich selbst Rüstungen. Einhundert Prozent der persönlichen Leibwache römischer Kaiser bestand aus Männern des Germanischen Raumes. Bis auf zwei Kaiserliche Ausnahmen. Diese waren selbst Germanen und trauten ihren eigenen Leuten nicht. Achtzig Prozent aller römischen Offiziere entstammten ebenfalls germanischen Ursprungs. Die politisch aktiven Gebrüder Grimm vergeistigten diese Männer als einen Jäger, den der Schneewittchen in den Wald führte. Aber dies ist schon eine andere Geschichte.

Aus dem Harier, einem Mitglied einer nächtlichen Guerilliaeinheit, wurde Hariberath, der gerüstete Krieger. In der hochdeutschen Schreibweise änderte sich der Name in Harbarth. Entweder mit t oder th geschrieben. Wenn auch gesprochen mit weichem d, hat dies sicher nichts mit dem nordischen Harbard zu tun. Das wäre tatsächlich zuviel der Ehre.

Zu ihrer Zeit kämpften solche Männer immer noch mit den Waffen die zu der Landeskultur gehörten in der sie gerade lebten. Auch in den Arenen. Das war üblich. Je nach Landesherkunft für den Kitzel der Zuschauer. Interessierte kennen den Dreizack mit dem Netz zum Beispiel. Niemals jedoch würden in einem politisch korrekten Film Germanen mit ihren traditionellen Holzkeulen sehen sein. Oder den kurzen Nahkampf- Schlagspeeren, Framen genannt. Wem das noch nicht reicht, das Langschwert, traditionelles Kampfgerät, zu tausenden bestätigt weil ausgegraben, hat das jemals jemand in einem Gladiatorenfilm gesehen ?

Auf Stein eingemeißelt wurde Germanen mit ihren typischen Waffen auf Denkmälern verewigt. So zu sehen z.B. auf der Trajanssäule. Die Zulu tragen übrigends ähnliche Nahkampfwaffen und wurden damit zu einem Begriff auf dem afrikanischem Kontinent. Virtuous wie technisch dürften beide Kriegsverfahren sich sehr ähnlich gestaltet haben. Das will ich mal so als Goggle Punkt stehen lassen.

Interessant zu erfahren ist, dass es im römischen Italien zwei Sklavenheere gab, welche zum Spartakus Aufstand gehörten. Uns wird nur von den Fliehenden berichtet. Der zweite Teil entschied sich auf Gedeih und Verderb zum kompromisslosen Angriff gegen Rom. 

Es waren Germanen. Sie wurden zuerst gestellt. Sie hatten sich hauptsächlich mit einfachen Holzwaffen ausgerüstet. In der offenen Feldschlacht starben alle. Die römische Chronik vermerkte bedauernd, dass es die teuersten Sklaven Roms waren, die je verlustig gingen. Außerdem anerkennend dargelegt, dass nur bei einem einzigen Mann eine Wunde im Rücken gefunden werden konnte. Es sollen 5000 tapfere Männer gewesen sein.

Die Schriftform dieses Namens lässt sich etwa achthundert Jahre nachweisen. In einer langen Chronik, mit etwa zehntausend Eintragungen der Familie Harbarth, sah ich, dass die männlichen Namensträger unserer Familie, einen recht hohen Anteil vom Blutzoll auf den Schlachtfeldern abgaben. Und das obwohl es diesen Namen nie sehr oft gab. 

HARIERSCHWERT

DAS HARIERSCHWERT

Der vermutete Namensgeber unserer Familie. Dieses Viertel stammt von einem toten Baum. Die Schweizer Firma Toblerone übernahm diese dreikantige Form. Es ist sozusagen das auf dem Kopf gestellte Matterhorn von Holz, anstatt des aus Schokolade von der Firma Toblerone. Überreste von diesen wirkstarken Holzschwertern wurden auf dem Schlachtfeld von Kalkriese ausgegraben. Bekannt als die Varus-Schlacht.

Diese Harier Schwerter sahen aus wie gespaltenes Holz für den Ofen. Nur viel länger. Das Gewicht wurde von den Wissenschaftlern nach Ausgrabungsfunden auf etwa drei englische Pfund geschätzt. Die Herstellung gestaltete sich ebenso simpel wie das Herstellen von den Holzscheiten. Ganze Bäume wurde entsprechend umgelegt und aufgespalten. Dort vor Ort wo sie eingesetzt wurden.


TAUFPATIN

Eine liebe Schweizer Kampfkunstfreundin hob den Namen "sticksforlife" aus der Taufe. Das Pot­pour­ri, von mehrsprachiger Lebenserfahrenheit, dem dauerhaften Umgang mit First Class Vielfliegern, dem hinreißenden Look eines "One Million Dollar Girls" und alles das was ich sonst noch mitbekam, überzeugten. Eine andere grammatikalische Wort-Kulisse zu kreieren, verbot sich daher wie von von selbst.